Helden der Holzbrücken
Arbeiten an den Brücken

Putzen, kontrollieren und reparieren

Die Zimmermänner und Schreiner der Stadt Luzern geben alles für ihre Holzbrücken – eine Bildreportage.

Fast 300 Meter staubsaugen

Sie putzen, sie kontrollieren und sie reparieren.
Die Unterhaltsarbeiter der Stadt Luzern zeigen, was sie für den Erhalt der Holzbrücken leisten.

Die Stimmung ist so aufgeräumt wie die Brücke nach getaner Arbeit. Die vier Handwerker sind motiviert an der Arbeit. Böden, Wände, Ritzen und Dachgiebel: Jeder Winkel wird geputzt und kontrolliert auf der 205 Meter langen Kapellbrücke und der 81 Meter langen Spreuerbrücke. Eine Woche braucht das Team für die Generalreinigung pro Brücke. Zwei arbeiten am Boden, zwei auf dem Gerüst. Hier ein Scherz, da ein kurzer Schwatz mit einem Passanten.

«Viele sagen uns ‹Merci› für das, was wir hier machen», sagt Ruedi Rohrer. «Es ist schön, diese Wertschätzung zu erfahren.» Das gefällt auch Livio Thalmann, der sonst beim Strasseninspektorat arbeitet. Er liebt es, wenn er mit der Truppe des Zimmerwerks die Holzbrücken reinigen darf: «Ich mag die Arbeit und die Stimmung hier.»

Verkritzelt und verewigt: Vandalismus ist ein ernsthaftes Problem und kommt trotz Videoüberwachung immer wieder vor. Das Holz darf nicht abgeschliffen werden. Unterhaltsspezialisten waschen die Spuren mit milden Reinigungsmitteln so gut es geht aus.
«Ich wohne hier, es sind unsere Brücken, und ich finde es schön, ihnen Sorge zu tragen.»
Rainer Kersting, Schreiner Stadt Luzern
Zweimal pro Jahr ...
... werden Instandhaltungsarbeiten und Kontrollen an Brückenpfeilern, Balken und Böden ausgeführt.

Reinigung völlig ohne Wasser

Wenn die Handwerker um sechs Uhr in der Früh anfangen, sind die Brücken noch fast menschenleer. Dann wechseln sie das schadhafte Holz der Böden aus. Um neun Uhr beginnen die Reinigungsarbeiten. Ganz ohne Wasser, nur mit dem Staubsauger, entfernen die vier Männer Konfetti, Staub und Spinnweben aus den Ritzen. Zwei von ihnen tragen einen schweren Akku-Staubsauger mit einem rucksackähnlichen Gestell auf dem Rücken. «Acht Stunden staubsaugen am Stück, da weisst du, was du gemacht hast», sagt Rohrer lachend. «Manchmal staubsauge ich noch im Schlaf.»

Ich mache diese Arbeit total gern. Es ist schön zu sehen, wenn die Brücke nachher wieder glänzt.
Rainer Kersting, Schreiner Stadt Luzern

Viele Helfer und ein Geheimnis

Die heikelsten Stellen der Holzbrücken befinden sich bei der Wasseroberfläche. Hier wirken Strömung, Seegras und ein sich verändernder Wasserstand auf die Brückenpfeiler ein. Darum werden diese regelmässig von Experten kontrolliert. «Wir messen, ob sich der Abstand zwischen Brücke und Pfeiler verschoben hat», sagt Holzbauingenieur Beat Studhalter. Er und sein Kollege dokumentieren die Details fotografisch und tragen allfällige Änderungen und Gefahrenzonen in einen Übersichtsplan ein. «So erkennen wir auf einen Blick, welche Teile als nächstes saniert werden müssen.»

2015 musste das Dach der Kapellbrücke mit seinen Biberschwanzziegeln und Schindeln umgedeckt werden. Dachdecker Ivo Fuchs erinnert sich: «Es war für mich sehr spannend, dieses historische Bauwerk neu einzudecken.» Die Kapellbrücke birgt für ihn ein besonderes Geheimnis; versteckt in einer Kugel oben auf dem Nordportaldach. Dort werden spätere Generationen einst seinen Namen und jene seiner Dachdeckerkollegen entdecken und sich wundern, was die früher so alles gemacht haben…

Auch diese Personen sind für die Luzerner Holzbrücken im Einsatz
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